Groenlands Eisdecke schrumpft rasant
admin 28. September 2008
Groenlands Ureinwohner, die Inuit, sind die ersten Menschen, die ihr Leben aufgrund des KLIMAWANDELS fundamental ändern müssen.
Der weiße Eispanzer ist im Landesinneren bis zu 3000 Meter dick, seine tieferen Schichten weisen ein Alter von über 120 000 Jahren auf. In den Hochlagen des Binnenlandes schneit es fast immer und die Temperaturen liegen immer unter Null. In den Küstengebieten jedoch taut es zusehends, da die Durchschnittstemperatur fast doppelt so schnell gestiegen ist, wie sonst auf der Erde.
Normalerweise reflektiert der Schnee auf dem Eis 90% des einfallenden Sonnenlichtes. Doch sobald die oberste Schicht zu tauen beginnt, ersetzt dunklerer Matsch das Weiß der Schneekristalle und schluckt einen größeren Teil der Energie. Dies führt wiederum zu einer größeren Erwärmung des Meeres – und damit zum weiteren ABTAUEN des EISES. Das Schmelzwasser hat noch einen weiteren fatalen Effekt: Es dringt durch die Spalten der Eisdecke bis an das Grundgestein und bildet eine Art Schmiermittel, auf dem die darüber liegenden Eismassen immer schneller Richtung Meer gleiten.
Rund 1,6 Meter pro Stunde bewegen sich die Eiskolosse meerwärts – dreimal schneller als noch vor zehn Jahren.
Über die Ursachen der rasanten Eisschmelze sind sich die Forscher noch uneins. In einem Punkt allerdings sind sich die Wissenschaftler einig: Niemals in den vergangenen 4 000 000 Jahren war die Kohlendioxidkonzentration höher als heute. Wissenschaftler der angesehenen American Geophysical Union prognostizieren, dass das Polarmeer noch in diesem Jahrhundert in den Sommermonaten komplett eisfrei sein wird – zum ersten Mal in einer Million Jahren.
Wenn sich Grönland auch nur um drei Grad weiter erwärmt, droht das Abschmelzen des gesamten Eisschildes. Das hätte nicht nur für Grönland verheerende Folgen, sondern auch für die gesamte Menschheit:
Zum einen würde der Meereswasserspiegel um einige Meter steigen, zum anderen könnten die großen Mengen Schmelzwasser aus der Arktis den Nordatlantikstrom erheblich stören. Das würde weltweit extreme KLIMAVERÄNDERUNGEN auslösen – und könnte z. B. in Europa zu empfindlichen ABKÜHLUNGEN führen.
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